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Erfolg für private Wettanbieter – Wettmonopol in Deutschland durch EuGH-Urteil gekippt

Donnerstag, September 9, 2010 0:28
Posted in category Allgemein, Sportwetten

Wie es scheint haben sich die politischen Verantwortlichen, ordentlich verzockt. Am Mittwoch den 8. September 2010 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) – laut aktuellen Meldungen -  entschieden, dass das staatliche Monopol auf Glücksspiele und Sportwetten in Deutschland so nicht mehr mit dem EU-Recht vereinbar sei.  Die EU-Richter wichen mit ihrem Urteil vom Gutachten des Generalanwaltes ab, dem sie in den meisten Fällen folgen. Diese außergewöhnlichen Urteile aus Luxemburg, lassen besonders private Wettanbieter wieder aufatmen, denn die bisherige Regelung des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) hat somit keine Gültigkeit mehr.

Der Europäische Gerichtshof begründete seine Entscheidung damit, dass das Monopol unter anderem gegen Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit verstößt, die Alleinstellung sei nicht mit dem EU-Recht übereinstimmend. Das Monopol des Staates ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Spielsuchtgefahr auch konsequent bekämpft wird, was jedoch in Deutschland – nach Auffassung des Gerichts, – ganz und gar nicht der Fall ist. Die Luxemburger EU-Richter verwiesen darauf, dass die Lotto-Monopolgesellschaften der Länder, mit zu vielen Werbekampagnen reizen, um ihre Gewinne zu erhöhen, womit sie deutlich dem eigenen Monopol widersprechen. Desweiteren sei außerdem bekannt, dass bei Spielhallen, Casinos und vor allem bei den sogenannten einarmigen Banditen (Geldspielautomaten) in Gaststätten ein hoch eingeschätztes Suchtpotential besteht, doch trotzdem ist dabei keine Eingrenzung oder Einschränkung sichtbar. Der Staat erhebt also nicht berechtigte Kunden-Fürsorge-Bedenken, was den Staat selbst und dessen Politik noch unglaubwürdiger erscheinen lässt.

Ein revolutionärer Schritt in die richtige Richtung, es steht nun eine Generalüberholung der gesamten Regelung für den geltenden Glücksspielvertrag an.

“Das Monopol ist gescheitert, jetzt sind die Politiker gefordert zu handeln”, so Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbandes. “Vorschläge für eine angemessene und europarechtskonforme Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes liegen auf dem Tisch. Diese Lösungsansätze müssen jetzt zügig und konstruktiv diskutiert werden.”

Im Profi-Sport gibt es ebenfalls allen Grund zur Begeisterung, denn laut mehreren Schätzungen sind dem deutschen Profi-Sport in der Vergangenheit mehrere hundert Millionen Euro durch die Lappen gegangen. Die ausgebliebenen Sponsorengelder, wie die Werbung der privaten Wettanbieter auf den Trikots, haben zuletzt immer mehr für Protest in den oberen Rängen der Sportverbände gesorgt.

Den aktuellen Medienberichten zufolge äußerte sich auch DFB-Präsident Theo Zwanziger dazu: “Der Sport und ganz besonders der Fußball leistet durch die Organisation der Spiele einen aktiven und erheblichen Beitrag für den Wettmarkt. Dieser Leistung muss Rechnung getragen werden.”

“Der Sportwetten-Markt muss geregelt und kontrolliert geöffnet werden.”, so sieht es auch Geschäftsführer Klaus Allofs vom Bundesligisten Werder Bremen: “Nur so können die vielen Gelder, die derzeit am deutschen Fiskus vorbeifließen, zukünftig im Land bleiben.”

Den Kampf gegen das Wett-Monopol hat auch „right2bet“ schon seit längerer Zeit – mit einer gesamteuropäischen Kampagne angetreten, – indem sie sich für die Wahlfreiheit aller EU-Bürger einsetzen. Auf Grund des Staatsvertrages sind die Bürger (=Kunden) in Deutschland, auf staatliche Wettanbieter angewiesen und haben somit keine Wahl. In Deutschland sind die Sportwetten-Angebote, auf Toto und ODDSET beschränkt.

Nach der WM 2010 in Südafrika hat „right2bet“ das Sportwetten-Angebot von mehreren nationalen Monopolanbietern verglichen, darunter auch das Wettangebot von ODDSET. Die Ergebnisse dieser Studie haben ergeben, dass die Wett-Kunden in Deutschland, die jämmerlichsten Wettangebote in ganz Europa erhalten haben. Wie bei anderen Monopolanbietern, so hat auch ODDSET den Wett-Kunden in Deutschland angeboten, auf die Nationalmannschaft zu tippen, wobei es für diesen patriotischen Tipp um 62% schlechtere Wettquoten gab, als bei einem privaten Wettanbieter, den der Wett-Kunde selbst hätte wählen können.

Die Wett-Kunden werden sich nicht unbedingt von Monopol-Anbietern, mit geringen Wettmöglichkeiten und noch viel geringeren Wettquoten überzeugen lassen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Wahl der meisten Wett-Kunden auf die im Ausland agierenden Sportwetten-Anbieter fällt. Diese unregulierten Anbieter zahlen in Deutschland keine Abgaben und auch keine Steuern, womit der Geldfluss ins Ausland während der letzten zwei Jahre extrem verstärkt wurde. Einer Studie der Goldmedia Beratungsfirma nach, werden 94 Prozent aller Wettumsätze online über ausländische Wettanbieter abgewickelt. Bei einem geschätzten Jahresumsatz von 7,8 Milliarden Euro entfallen lediglich 485 Millionen Euro auf legale Wetten und 185 Millionen Euro davon auf ODDSET.

Kurz nach den ersten Meldungen des europäischen Gerichtshofes, reagierten an der Börse die Aktien der privaten Wettanbieter sehr positiv, was die Hoffnungen auf eine Öffnung des Wettmarktes natürlich weiter ankurbelt.

Der Bwin-Direktor Jörg Wacker teilte den Medien zufolge mit: “Die heutigen Urteile sind richtungsweisend für ganz Europa” und fügte hinzu, “es ist dringend notwendig, dass Deutschland eine moderne, marktgerechte und EU-konforme Glücksspielregulierung beschließt “.

Es darf positiv nach vorn geschaut werden, doch wir dürfen auch gespannt darauf sein, wie die Neu-Regelung aussehen wird.

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